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Wenn sich im Irland des 20. Jahrhunderts am Vorabend des 1. November zu Hallowe’en Kinder und Jugendliche mittels Leuchtfarbe ein Skelett auf den schwarzen Pulli und die Strumpfhose sprühen, sich in weiße Leintücher hüllen, passende Masken wie Totenkopf und Gespensterfratze aufsetzen und sich zu den vielen Hexen, Batmen, Draculas und Geistern gesellen, die zu Parties eilen, wenn die Dubliner Feuerwehr Überstunden machen muß, weil soundsoviele "bonfires", Freudenfeuer, außer Kontrolle geraten sind, wenn kostümierte Heimweh - Iren sich auf der ganzen Welt, von Bochum bis Boston, bei einheimischer Musik und womöglich noch Tanz in ihrem Guinness - Pub eine feuchtfröhliche Nacht um die Ohren schlagen, so wissen die wenigsten, daß sie an einem Muster weiterwirken, das vor an die 5000 Jahren die ersten irischen Steinzeitbauern festsetzten. Am Ende des bäuerlichen Jahres, des natürlichen Wachstumskreislaufes, feierten bereits sie ein Fest, das sich um die zwei Hauptinteressen der Menschheit dreht - ihren Fortbestand und ihre Verbindung zu den Ahnen bzw. Göttern.
Die Kelten, die ca. zweieinhalb Jahrtausende später über mehrere Jahrhunderte vom Festland her die Eroberung der grünen Insel betrieben, begannen das Jahr laut Coligny-Kalender mit der dunklen Jahreszeit. Die Inselkelten nannten ihr Fest "Samhain", was sich von "sam-fuin", "Sommers-Ende" herleitet. Zeitlich entsprach es unserem 1.November und teilte das Jahr in eine Winter- und eine Sommerhälfte, eine "Jahresnacht" und einen "Jahrestag". Caesars Beobachtung, daß die Kelten dem Licht das Dunkel und ihrer Zeitberechnung die Nacht voranstellten, bedeutet für Samhain, daß es zusätzlich den Charakter eines Neujahrsfestes annimmt, das den alten Zyklus abschließt und zum neuen überleitet.
Bis zu diesem Zeitpunkt mußte die Ernte aus Feld und Garten sowie die Wildfrüchte aus Hecken und Wald eingebracht sein und die Wintersaat im Boden liegen. Brennstoff, Torf für den ganzen Winter, war säuberlich am Haus geschichtet, die Pacht und sonstige Schulden bezahlt (wenigstens im Idealfall) und Vieh von der Sommerweide zurück.
Schon des knappen Futters wegen, aber auch als Wintervorrat, wurden nicht unmittelbar notwendige Tiere geschlachtet. Wir können sicher sein, daß in vorchristlicher Zeit die Hausschlachtung mit dem Opfer an die Götter zusammenfiel, denen halb aus Dankbarkeit, halb aus Sorge um die Zukunft, wie frühe christliche Quellen verlauten, zu diesem Zeitpunkt auch Feldfrüchte, Milch und Kinder dargebracht wurden.
Im Winterhalbjahr mußte mit Dunkelheit, Kälte und vermehrt mit Krankheit, Mangel und Unfällen gerechnet werden. Das unbeschwerte Sommerleben in freier Natur, das kaum Nahrungssorgen kannte, war zu Ende. Das Leben spielte sich während der nächsten sechs Monate in engen, verrauchten Räumen rund ums Feuer ab. Dafür hob nun die Saison des Geschichtenerzählens an.
Mit den Herden kamen Hirten und Hirtinnen nach Hause. Alle freuten sich, nach den langen Wochen auf entfernten, einsamen Weideplätzen im Moor- und Bergland, Familie und Freunde wiederzusehen. Manchem Burschen wurde dabei klar, daß ihm die Trennung von einem bestimmten Mädchen nicht behagt hatte, und die Mädchen machten ähnliche Entdeckungen. Samhain gab dem Liebesleben Aufschwung, Hochzeiten fanden öfters statt.
Es war und ist in erster Linie ein Fest der Familie, der bestehenden, der zukünftigen, aber auch der vergangenen, denn die Verstorbenen nahmen auch daran teil, bevor sich das von der Kirche auf den 2.November gerückte Allerseelen überall durchgesetzt hatte. Und das dauerte in manchen Gegenden bis ins 19. Jahrhundert.
Zu Ehren der Verschiedenen wurde das Haus zu Samhain blitzblank geputzt, das Feuer besonders sorgfältig gewartet. Quellwasser, Speisen und Tabak auf den Tisch oder vor den Kamin gestellt. Jedermann ließ die Haustür unverschlossen, verkrümelte sich aber früh ins warme Bett - die Toten schätzten es nicht, von den Lebenden beobachtet zu werden. Sie jedoch durften dies: Kevin Danaher überlieferte die Vorstellungen einer alten Frau, die sich um 1820 folgendermaßen ausdrückte: "Wäre das nicht schrecklich, wenn jetzt die Seelen all derer, die je in diesem Haus gewohnt haben, auf den Regalen vom Küchenschrank sitzen würden, oder den Stangen, woran die Speckseiten hangen, und überall dort, wo sie Platz fänden, und uns bei dem, was wir machen, zusähen?" Sie bestätigt, daß "manche Leute" glaubten, daß sich dies jedesmal zu Halloween abspiele.
Immerhin war es nicht ratsam, sich in dieser Nacht nach Schritten umzuwenden - die Toten behielten einen sonst leicht bei sich.
Handkehrum verkleidete sich das Jungvolk als solche, bettelte Gaben für eine Party zusammen, stellte unter viel Lärm Unfug an oder erschreckte Spätheimkehrer, mit Vorliebe angeheiterte.
Zu Samhain gehörte ein gerütteltes Maß an Chaos, an Un-Ordnung. Das Fest sitzt zwar an einer Nahtstelle im Jahreszyklus, schließt aber eine "Zeitenlücke" mit ein. Sommer und Jahr enden mit dem Abend des 31. Oktober. Das neue Jahr und der Winter sind Produkte der Dunkelheit - die Nacht wurde als dazwischenhängend empfunden - sie war unmessbare Zeit, also Ewigkeit, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammengefallen. Deshalb war sie besonders geeignet, die Zukunft zu erkunden, d.h. das, was die Götter vorbestimmten. Manche der heute noch gespielten Gesellschaftsspiele gehen auf den Versuch zurück, den Willen der Götter zu erforschen - bei den Kelten die Vorrangigste Aufgabe der Priester - Gelehrten, der Druiden.
Es ging und geht grundsätzlich um dieselben Fragen: Wer stirbt im kommenden Jahr, heiratet, wird reich, unternimmt eine Reise oder tritt in einen Orden ein?
Es gibt eine lange Liste von Spielen, angefangen vom auch bei uns bekannten Bleigiessen und Äpfelschnappen (wer den dicksten aus dem mit Wasser gefüllten Becken mit den Zähnen hochbringt, hat im nächsten Jahr das dickste Glück), deren Ausgang Angaben über die nächsten zwölf Monate macht.
Besonders wichtig, weil den Fortbestand der Gesellschaft unterstützend, sind die Heirats - Omen. Schon Monate vor Halloween sind die Geschäfte voller "barmbracks", Teekuchen, die einen Ring enthalten. Wer ihn in seinem Stück erwischt, feiert noch im selben Jahr Hochzeit.
Er fehlt auch nicht im traditionellen Samhain - Mahl, "colcannon", der mit gekochtem Grünkohl, frischgehackten Zwiebeln und viel Butter gereicherten Kartoffelpüree. Daneben finden sich, fein säuberlich in Plastik verpackt, noch weitere Symbole: eine Silbermünze, ein Fetzen Stoff bedeuten Reichtum bzw. Armut, ein Hosenknopf, ein Fingerhut Junggesellen- oder Altjungferndasein, eine Medaille den Eintritt ins Kloster. Fischt man aber gar ein Stück Holz heraus, heißt das, daß man vom zukünftigen Partner Prügel zu erwarten hat.
Zwei Hasel- oder Baumnüsse, Kastanien oder Weizenkörner zeigen an, wie sich das Leben zu zweit gestalten wird. Sie werden auf die Namen der beiden Verliebten getauft und dann Seite an Seite ins Feuer gesetzt. Brennen sie langsam und beständig, geht die Ehe gut, springt eine heraus, werden sie sich untreu.
Zuerst auf dem Herdstein erhitzte Bohnen oder Erbsen werden ins kalte Wasser geschmissen. Sinken sie langsam zusammen, deutet das auf Harmonie, sinkt nur eine, kommt die Hochzeit nicht zustande, treiben sie beide an der Oberfläche, gibt es Zank und Streit.
Nach den Aufzeichnungen von Lady Wilde, der Mutter des berühmt - berüchtigten Oscar, wurden zwölf mit Zwirn zu Paaren verbundene Stöckchen im Kreis in die Erde gesteckt. Diejenigen, deren Namen sie trugen, verfolgten mit Spannung, welchen Faden ein Flämmchen einer in die Mitte gesetzten glühenden Kohle zuerst erfaßte - dieses Paar würde als erstes heiraten.
Die letzten Beispiele können ihren rituellen Charakter nicht verleugnen, viele andere sind noch eindeutiger, da sie mit Sprache, eigentlichen Zaubersprüchen, gekoppelt sind. Ein Hinweis, daß die vorgeschriebene Handlung zusammen mit der Formel einen Traum auslösen soll, worin der/die Zukünftige erscheint.
Neun laut abgezählte Efeublätter, den ersten und den letzten Löffel "colcannon" im linken, mit dem rechten Strumpfband des Mädchens zusammengebundenen Strumpf mit einem Spruch unters Kopfkissen gelegt, ein Salzhering in drei Bissen mit einem Gedicht heruntergeschlungen, das dreimalige Umschreiten des Kornvorrates unter einer langen Litanei, dienten demselben Zweck, und als probates Mittel, den Bräutigam zu Gesicht zu bekommen, galt Haar- und Nagelschnipsel des Geliebten in der letzten Samhain - Glut zu verbrennen, oder mit einem Apfel, Krauttopf oder Spaten zu Bett zu gehen. Von harmlosen Dingen, wie dem Schälen eines Apfels in einem langen Streifen, der, zu Boden geworfen sich zum Namenszug des Schatzes fügen soll, bis zum Hasardspiel, wenn z.B. ein junger Mann auf geschlossener Tenne in Teufels Namen Hafer sät, und darauf das Tor aufreisst in der Erwartung, die Braut zu sehen, wohlwissend jedoch, daß stattdessen ebensogut sein eigener Sarg erscheinen könnte, sind alle Register dafür ziehbar.
Immer wieder enden solche Spiele tödlich, wie im Falle des Mädchens, das - wie vorgeschrieben - vor dem Spiegel einen Apfel aß, um die Züge seines zukünftigen Ehemannes zu erblicken, und dem stattdessen der Teufel über die Schulter guckte.
Eines der beliebtesten Wahrsagespiele, das alle angesprochenen Elemente enthält, läßt James Joyce die Antiheldin Maria in der meisterhaften Kurzgeschichte "Clay" / "Erde" aus dem Sammelband "Dubliners" spielen. Das altjüngferliche, im Leben überall zu kurz gekommene Frauchen, das sich mit Pathetischer Beharrlichkeit an alles Positive klammert, feiert, da es keine eigene Familie besitzt, im Hause ihrer Verwandten. Wie vor ihr die Kinder, so wird auch Maria mit verbundenen Augen an den Tisch geführt, auf dem vier Teller stehen. Auf den ersten zweien liegt ein Ring bzw. ein Gebetbuch für Hochzeit und Kloster, die zwei letzten enthalten Wasser für eine lange Reise, im irischen Zusammenhang Emigration, und Erde, die Erde des Friedhofs. Prompt bekommt Maria eine "weiche, feuchte Masse" zu fassen, was aufgeregtes Getuschel unter den Anwesenden auslöst, sowie Bemerkungen, daß das doch zu weit gehe, das sei kein Spiel mehr. Die kleine Alte, die entweder wirklich nicht begreift, was los ist oder nicht begreifen will, muß die Wahl wiederholen - sie fällt aufs Gebetbuch.
Halloween / Samhain ist eine zweischneidige Sache. Die Erde entläßt nicht nur die Toten der Familie, sondern zu Samhain quellen aus den "sidhe", den grünen Feenhügeln, Abgeschiedene verschiedenster Art - Götter, Feen, Elfen, Kobolde, der Puca, Geister, Dämonen.
Eins der unheimlichsten mythologischen Geschöpfe ist Ellen, das dreiköpfige Ungeheuer, das dem berühmtesten Anderswelteingang von Cruachan entsteigt, um ganz Irland zu verwüsten. Verwandt ist ihm Aillen mac Midna, der jährlich den Palast von Tara, das Sinnbild des Sakralkönigtums, niederbrennt, bis es Fionn mac Comhaill gelingt, ihn zu überlisten.
Solche Gestalten dürften die Ausgeburten von Urängsten eines ganzen Volkes sein, das sich den winterlichen Naturereignissen ausgeliefert vorkommt. Ähnliches gilt für die scheußlichen kupferroten Vögel, die unter Führung eines dreiköpfigen Aasgeiers aus derselben Höhle kriechen: wo ihr stinkender Atem hintrifft, stirbt die Vegetation ab. Dem Puca wird dasselbe in die Schuhe geschoben. Jedes Kind weiß, daß man nach Samhain keine Brombeeren mehr essen darf - sie sind nun giftig, da der Puca daraufgespuckt oder auch eine andere Körperflüssigkeit darübergesprüht hat.
So wie heute noch Familie und Freunde an Halloween zusammenrücken, so rückte das ganze Volk an der siebentägigen Versammlung von Tara zu Samhain zusammen. Der legendäre Oberdichter Fodla hatte sie in grauer Vorzeit eingesetzt und sie wurde bis 560 n.Chr. zusammengerufen. Sie bestand aus einem rituellen Teil, wohl eine Art Totenfeier für den Sommer, einem gesetzgebend - politischen und einem kulturell - sportlichen mit dichterischen Darbietungen und Pferderennen. Die sieben Tage waren ein durchgehendes Bankett, bei dem Gesang und Tanz nicht zu kurz kamen. Der Hochkönig benötigte in dieser unsicheren Zeit besonderen Schutz; er saß Feier und Bankett vor mit je einem Provinzkönig links, rechts, hinten und vorne.
Trotz solcher Vorsichtsmaßnahmen sterben Sagenkönige auffällig oft an diesem Datum, und zwar eines dreifachen Todes, was auf rituellen Mord hinweist. Noch vom immerhin nominell christlichen König, Diarmaid mac Cerbhail wird erzählt, wie er von der Lanze seines Gegners durchbohrt im Bierkessel versank, und beim Auftauchen vom Firstbalken des Hauses, das mittlerweile lichterloh brannte, erschlagen wurde.
Aber auch Helden wie Cuchulainn sterben an Samhain, ein Hinweis darauf, wie alt dieses Motiv ist. Immerhin verbringt er die davorliegenden Samhain - Feste vergnüglicher, und zwar in der Anderswelt mit der Unsterblichen Fand, der Gattin des Gottes Manannan mac Lir.
Das Jahr zuvor, zur selben Zeit, hatten sie und eine Dienerin sich in Vogelgestalt auf einem See niedergelassen und Cuchulainn, der unfehlbare Schütze, suchte vergebens, sie zu erlegen. Der Zaubergesang der beiden Vögel schläferte den sich mißmutig an einen Stein lehnenden Helden ein. Jetzt rächten sich die zwei in schöne Frauen Zurückverwandelten und traktierten ihn, obwohl sie ihn anlächelten, mit Gerten, bis er halbtot dalag. Nichtsdestotrotz hatte sich Cuchulainn in seine schöne Peinigerin verliebt und lag nun ein ganzes Jahr in tiefster Depression darnieder. Nicht einmal seine Frau vermochte ihn zum Sprechen zu bringen.
Wie Samhain wiederkam, ließ ihm Fand ausrichten, daß - falls Cuchulainn dazu bereit sei, für ihren Gatten in der Anderswelt eine siegreiche Schlacht zu schlagen - dieser nichts dagegen habe, wenn sie ihm zum Dank ihre Liebe schenkte. Cuchulainn erlebt einen Monat des vollkommenen Glücks in der Anderswelt...
Zu Samhain herrscht erhöhter Zweibahnverkehr zwischen der realen und der Welt der Abgeschiedenen. Wenn auch oft von Raub und Kampf hüben und drüben die Rede ist, braucht er nicht zwangsläufig feindlich zu sein.
Nera, die Hauptgestalt einer Abenteuergeschichte, eines "echtra", die um 750 n.Chr. zum ersten Mal zu Pergament gebracht wurde, mit Sicherheit aber jahrhundertelang mündlich zirkulierte, will - vor die Wahl gestellt - nicht mehr zur Menschenwelt zurück. Der Schauplatz ist der Hof der berühmten Königin Mebh von Connaught, und es dreht sich um eine jener Wetten, wie sie noch heute zu Halloween üblich sind, besonders unter Zeitgenossen, die zu tief ins Glas geschaut haben.
Der Hof hat sich eben um den eisernen Kessel versammelt, da bietet der König jedem, der einem am Vortag Gehenkten einen Weidenring am Bein befestigt, einen verlockenden Preis. Nera wagt als einziger, in dieser Nacht den Richtplatz aufzusuchen. Er hat Probleme mit dem Befestigen des Rings, bis ihn der Tote höflich darauf aufmerksam macht, daß ein Pflock durch die Enden zu stecken sei. Als Gegenleistung bringt ihn Nera zum nächsten Haus, denn ihn dürstet, da er bereits durstig gehenkt wurde. Aber erst das dritte Haus ist nicht durch einen Abwehrzauber geschützt, so daß sie es betreten können. Der Tote trinkt aus dem Wasserbottich und sprüht den letzten Schluck über die schlafende Familie, die nie wieder erwachen wird...
Nera bringt das Gespenst zum Galgen zurück, bevor er sich dem Palast zuwendet, der zu seinem Entsetzen in Flammen steht. Daneben ist ein Berg der abgeschlagenen Köpfe seiner Freunde aufgehäuft. Die Schuldigen sind Andersweltbewohner, die sich eben in ihren Feenhügel zurückziehen. Nera läuft hinterher. Der König unter der Erde nimmt ihn freundlich auf und quartiert ihn bei einer Witwe ein, die Nera heimlich heiratet. Sie klärt ihn auf, daß der Überfall noch nicht stattgefunden habe, nur eine Vorschau aufs nächste Samhain sei. Nera warnt Mbhs Hof rechtzeitig und übers Jahr sind es die Lebenden, die den Feenhügel überfallen und berauben, aber Neras Gattin, seinem Vieh und seinem neugeborenen Sohn wird kein Haar gekrümmt. Nera beschließt, trotzdem unter der Erde weiterzuwohnen, denn da hat er eine Heimat gefunden.
Für Allerheiligen, Halloween, wird auf irisch nicht nur "Samhain" verwendet, sondern mancherorts auch "oiche na sprieanna", "Geisternacht". Das Wörterbuch gibt für "sprid" neben "Geist", "Gespenst" auch "Mut" und "Moral", ähnlich wie im Englischen. Inhaltlich stimmts. Was ist Samhain anderes, als das Fest, das angesichts von Finsternis, Kälte und Tod Lebensmut demonstriert? Vielleicht fiel das dem keltischen Bewußtsein, das mit zyklischer Zeit arbeitete, leichter, als uns mit unserem linearen, christlichen. Samhain führt die "Winterjahresnacht" ein, aber ist diese nicht zugleich nur der Vorabend zum "Sommerjahrestag"?
Auf diesen Seiten geht es eindeutig um vorchristliche Überlieferung, heidnisches Zeug. Es ist alles andere als ein traditioneller Weihnachtsartikel. Aber im Sinne von Weihnachten ist er schon. Richtig betrachtet.
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